DRAMATHERAPIE 
IN BEHANDLUNG  SCHIZOPHREN
ERKRANKTEN MENSCHEN 

 
Grupa Teatralna PSYCHE Alkestis [video] Ambulatorium
 
Dramatherapie bedeutet ein kreatives Drama für therapeutische Zwecke zu gebrauchen, d.h. um z.B. ein Gefühl der Erleichterung, eine emotionale und physische Integration, eine Persönlichkeitsentfaltung zu erreichen. Die Dramatherapie bedient sich des Theaters als eines Instrumentes, das uns erlaubt, an emotionale Probleme des Patienten/ Klienten/ Schauspielers näher heranzutreten. Dieses "Instrument" bedeutet Vorschläge von Übungen und Studien, die auf fertigen Ideen mit improvisatorischen Elementen basieren. Es bedeutet auch die Arbeit in Anlehnung an Theaterstücke. In ihrem Inhalt tauchen menschliche Probleme, Konflikte, Schwierigkeiten und Freuden auf. Der Patient/ Klient/ Schauspieler dringt bei seiner Arbeit an der Aufführung in die dichte Problematik des Dramas ein und dadurch bekommt er eine Gelegenheit, diese Problematik auf sich selbst zu beziehen. Meistens unterscheiden sich diese Probleme nicht so sehr von seinen eigenen inneren Dilemmas. Das hauptsächliche Ziel dieser Therapieform ist allgemein gesagt eine Vertiefung der Selbsterkenntnis, auch in der Beziehung ich - und die Welt und ein Training sozialer Kompetenzen. Wir versuchen dies zu erreichen durch die Arbeit mit unseren Patienten an:
a/ Verständnis von eigenen Beweggründen, Motiven und Verhaltensweisen anderer Menschen, sowie Beziehungen zwischen "ich" und andere, indem wir Dramenhelden besprechen und spielen,
b/ Expression, einer besseren Ausdrucksweise seiner selbst,
c/ kognitiven Funktionen, wie Gedächtnis, Konzentration, Perzeption.
 d/ Erfahrung von Zusammenarbeit und Verantwortung für die Aufgabe.

Die Arbeit in der Theatergruppe basiert auf drei Elementen:

  • Die Struktur
  • Die Gewissheit über den  fiktiven Charakter der  gespielten Welt
  • Scherz
  • Die Struktur wird geschafft durch das Spektakelszenario, das meistens eine gekürzte und etwas geänderte Version des gewählten Stücks ist,  den festen Platz, wo sich die Gruppe versammelt, die feste Tageszeit für Proben, die bestimmte Bestehenszeit der Gruppe, die ausgewählte Rollen, und Vorschläge des Regisseurs.

    Die Gewissheit über den  fiktiven Charakter der  gespielten Welt ist der Schlüssel der Dramatherapie  wird während der ersten Treffen, bei denen das Stück gelesen wird, eingehend besprochen. Diskussionen über auftretende Gestalten und ihre Probleme, finden während der ganzen Probezeit beim Üben von einzelnen Szenen statt. Im Hinblick auf die durchgemachte Psychose, also ein bestimmtes Verwischen der Grenzen zwischen der reellen und vorgestellten Welt, scheint dies sehr wichtig zu sein.
    Die Unterstreichung der existierenden Grenzen des "Ich", der gespielten Rolle, eine Distanzierung gegenüber der gespielten Gestalt ist eine der grundsätzlichen Aufgaben des Therapeuten bei der Arbeit mit der Theatergruppe. Es ist notwendig, zwischen der Wirklichkeit und dem Theater zu unterscheiden, um zu verhindern, daß die Grenzen erneut gesprengt werden. Eine Diskussion über die gespielte Gestalt, ein Verständnis ihrer Verhaltensweise, Gedanken und Gefühle, ein Reflektieren von Gefühlen, die das eigene Spiel erweckt ist nicht nur der Weg zur Selbsterkenntnis, sondern auch ein Mittel, sich von der Welt des gespielten Stücks zu distanzieren  schafft ein Sicherheitsgefühl und bietet eine Chance, neue Verhaltensweisen auszuprobieren.

    Scherz ist auch eine bewußt angewandte Methode, ein gutes Klima zu schaffen, ein Sicherheitsgefühl aufzubauen. Durch  Scherzen versuchen die Therapeuten ihre Patienten auf Trab zu halten. Da in der Gruppe die meisten Patienten das negative Syndrom aufweisen (Traurigkeit, Zurückgezogenheit, Energiemangel), ist es keine leichte Aufgabe. Wenn aber in der Gruppe alle gut aufeinander eingespielt sind und zusammenarbeiten, dann kann man schon Spaß machen. Und obwohl nicht alle scherzen wollen oder können, doch alle können zusammen lachen.
    Ein unzertrennliches Element der Arbeit in der Gruppe ist eine direkte Begleitung der Schauspieler durch ihre Therapeuten bei ihrem Ringen mit der Rolle und eine adequate Unterstützung bei der Überwindung immer neuer Schwierigkeiten beim Spiel.

    In der von uns geleiteten Theatergruppe ist es der Regisseur, der mehr Vorschläge macht. Den Patienten mangelt es an der Spontaneität, was die Folge der Störungen, die unsere Patienten aufweisen und immer noch auftretender Krankheitssymptome sein kann. Trotz alledem kann man beobachten, daß diejenigen Patienten, die Hauptrollen spielen, aus dieser Therapieform den größten Nutzen ziehen. Die große Konzentration auf den Hauptdarsteller, die Zeit, die ihm gewidmet wird, die Aufmerksamkeit des Regisseurs und der Gruppe bedeutet wahrscheinlich im Endresultat eine riesige Förderung, was manchmal eine absolute Remission der Symptome bei diesen Personen und ihre Rückkehr zu dem sog. normalen Leben mit Berufsleben, Lernen, Aufnehmen von erotischen Beziehungen zur Folge hat.

                                                                                                                         Anna Bielañska & Krzysztof Rogo¿

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