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freie Umarbeitung "Alkestis" von Euripides und orfischen Mythos.

 
             Die Tragikomödie von Euripides ist die Geschichte einer Ehefrau, die stirbt, um ihren Mann zu retten und später wieder ins Leben zurückkehrt.
     Unsere Version unterscheidet sich aber stark vom Original. Die Übertragung Euripides' Stück ist zweideutg. Alkestis die einzige tragische Gestalt die kindisch naiv scheint. Admetos, ihr Mann, stellt eine Figur dar, die moralisch zweifelhaft - egoistisch und opportunistisch ist, eine Figur, die keinen Verdienst am Happy- End hat. Sowohl der Mythos als auch das Ritual werden verspottet und in Frage gestellt.

    Aus bestimmten therapeutischen Gründen haben wir mehr positive Reinterpretationen gebraucht, wenn sie auch etwas naiv erscheinen. Unsere "Alkestis" ist eine Geschichte über einen Menschen, der dank Liebe dazu fähig ist, seine eigene Schwäche zu überwinden.
 

 
"Alkestis"-  Alkestis Einaescherung  [Duisburg Mai 1998]
Der Tod greift nach Admet - den Protagonisten - im Moment des größten Lebensrausches. Admet hat in der Vergangenheit durch seine Frömmigkeit die Gunst von Apollo gewonnen wie auch das Privileg, dass er seinen Stellvertreter in die  unterirdische Welt schicken darf. Das sollte allerdings ein Freiwilliger sein. Als ihn Tanatos zu sich ruft, sucht er vergebens unter seinen Freunden und seinen Verwandten jemanden, der bereit wäre, für ihn zu sterben. Letztendlich ist nur seine frisch angetraute Frau und Mutter seines neugeborenen Kindes bereit, ihr eigenes Leben für ihn zu opfern. Vereinsamt im Angesicht des Todes, beherrscht von tierischer Angst, versucht er, nach dem Äußersten zu greifen. Als er zum hilflosen Zeugen seiner sterbenden Ehefrau wird, wenn auch von Angst befreit und lebend, wird ihm bewusst, dass sein kostbares Leben leer und ohne Sinn ist. Dieses Erlebnis enthüllt ihm den wahren Wert der Liebe. Da Admet seine Kleinherzigkeit bereut, kann er zum Glück seine Frau wieder mit Hilfe von Apollo erlösen, indem er in das Reich der Toten steigt, den Tod besiegt und Alkestis das Leben wiederschenkt. Der letzte Schlussfaden - aus orfischer Tradition entlehnt - ist vollkommen fremd sowohl dem Alkestis - Mythos als auch Euripides' Theaterstück. Aus diese Weise wollten wir die Liebe hervorheben als Macht jeglicher Vorgehen; Alkestis' Heldenmut, Heroismus; Admets Ausreifen- gekrönt durch das Hinabsteigen in den Höhlenabgrund. Auf diese Art haben wir seine emotionale Evolution betont wie auch seine entscheidende Rolle in Alkestis Auferstehung.
            [Euripides ist im Handeln seiner Gestalten realistischer und bitterer,wichtig sind die sozialen Regeln:
Frömmigkeit, eheliche Pflichten und Gastfreundlichkeit.  Alkestis verkörpert eine perfekte Ehefrau: gehorsam, pflichtbewusst und voller Aufopferung.  Sogar in der Stunde des Todes kümmert sie sich um den Haushalt.
Admetos sorgt besondres sich um seine Reputation, und öffenliche Meinung. Seine Gäste zu unterhalten ist für ihn wichtiger als um seine Ehefrau zu trauen. Genau dafür wurde er aber belohnt - da der Herakles - in unsere Vorstellung abwesend - tief  mit der überalles gehende Gestlichkeit des Admetos bewegt bringt ihm seine verlorene Frau zurück..]

   Den zweiten grundlegenden Unterschied verdeutlicht das Thema Sterben. ( In der griechischen Tradition spielen sich sämtliche Ereignisse hinter den Kulissen ab und die Zuschauer erfahren es von sogenannten Dienern oder Boten).
      Wir allerdings wollten uns mit Thema Tod - das eines der größten Tabus unserer Kultur ist und auch ein Bestandteil der psychischen Störungen- auseinandersetzen. Dieses zeigten wir auf der Bühne. Damit wollten wir durch das Sterben uns das dazugehörigeRitual den Hauptkern in unserer Vorstellung zeigen.

                                                                                                                              Krzysztof Rogo¿

 
"ALKESTIS"   Auswahl
1995 - Probe
  1. Der Tanz von Alkestis und Tanatos.
  2. Machtlosigkeit der Heilmacher / Alkestis’ Verabschiedung.
  3. Waschen und Anziehen der Leiche.
  4. Beklagen der Verstorbenen.
  5. Das Begräbnis.
  6. Tanatos entführt Alkestis Seele in den Hades.
  7. Beileidsaussprechung.
  8. Im Königreich der Todes-Kampf mit Tanatos.
1999/2001 -Probe/Schauspiel
1.Der Gottenkampf [Probe'01]
2.Der Tanz von Alkestis und Tanatos [Schauspiel'99]
3.Der Heilmacher  [Schauspiel'99]
4.Waschen und Anziehen der Leiche [Schauspiel'99]
5.Streit mit dem Vater   [Probe'01]
6.Einaescherung'99[Schauspiel'99]
7.Einaescherung'02[Probe'01]
8. Admets Sauferei.  [Schauspiel'00]
9.Admets Verzweiflung  [Probe'01]

 
 
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